Grosser Erfolg für VET-Congress
02.04.2009
Der erste internationale und interdisziplinäre Kongress zur Berufsbildungsforschung am EHB stellte aktuelle Forschungsergebnisse vor. Gegen 170 Teilnehmende aus zwölf Ländern setzen sich vom 25. bis zum 27. März intensiv mit Fragen zur lernwirksamen und effizienten Gestaltung der Berufsbildung auseinander.
Die Schweiz hat ein höchst erfolgreiches duales Ausbildungssystem, das auf wirtschaftliche und technologische Entwicklungen flexibel reagiert. Diese Innovationskraft wird auch im neuesten OECD-Bericht gewürdigt. Mit dem Kongress wurde eine vertiefte und internationale wissenschaftliche Diskussion darüber gestartet, welche Faktoren die Effizienz und Wirksamkeit der Berufsbildung fördern oder auch hemmen können.
Schlüsselfragen
International renommierte Forschende warfen in vier Gastvorträgen zentrale Fragen und Probleme auf, darunter James W. Pellegrino (University of Illinois, Chicago). Der renommierte Spezialist in Assessment-Fragen, legte dar, wie vielschichtig und anspruchsvoll es ist, Tests zu erstellen, die Ausbildungsergebnisse zielbezogen und aussagekräftig abbilden. Simone Volet (Murdoch University, Australien) wies mit ihren Untersuchungen auf die Wichtigkeit der Förderung des gruppenbezogenen Lernens hin – eine Lernform, die auch beim Lernen im Betrieb eine wichtige Rolle spielt.
Aktiver Nachwuchs
Besonders erfreulich: Nachwuchsforschende aus den schweizerischen Netzwerken der Berufsbildungsforschung präsentierten zahlreiche Beiträge. In diesen sind verschiedene wissenschaftliche Disziplinen und Hochschulen eingebunden, die vielfältige Fragestellungen und Themen bearbeiten: Wie verlaufen die Übergänge von der obligatorischen Schule in die Berufsbildung und in den Arbeitsmarkt? Was beeinflusst die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe? Wie entwickeln sich berufliche Kompetenzen? Was sind die Gründe für Lehrabbruch? Wie können Jugendliche mit besonderen Lernbedürfnissen gefördert werden? Zu diesen und weiteren Fragen wurden aktuelle Ergebnisse präsentiert und diskutiert. Am Kongress erstmals öffentlich vorgestellt wurde auch die vom Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT unterstützte, wissenschaftliche Zeitschrift „Empirical Research in Vocational Education and Training (ERVET)“.
Berufsbildung steht im Brennpunkt verschiedener Wissenschaften: 60 Präsentationen, angeregte und kontroverse Diskussionen haben gezeigt, dass zur wirksamen und effizienten Steuerung und Gestaltung der Berufsbildung volkswirtschaftliche oder soziologische Untersuchungen ebenso nötig sind wie pädagogische oder psychologische Studien.
„Das System funktioniert“
Ausgesprochen zufrieden mit der internationalen Präsenz äussert sich EHB-Direktorin Dalia Schipper. Hochrangige Berufsbildungsexpertinnen und -experten aus der ganzen Welt, einschliesslich der OECD-Vertreter, hätten ihre Resultate im EHB präsentiert. „Was das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie BBT fördern wollte, hat hier stattgefunden. Man sieht zum ersten Mal, dass es wirklich greift.“ Das schweizerische Berufsbildungssystem sei deshalb so gut, weil es Innovationen aufnehmen könne: „Der Kongress zeigt, dass das System funktioniert.“ In zwei Jahren ist ein Folgekongress geplant.
Weitere Informationen zum Kongress und Download-Material finden Sie
hier.
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